Wer Büroflächen vor Fertigstellung vermietet, hat ein offensichtliches Problem: Interessenten können die Fläche nicht besichtigen. Sie entscheiden anhand von Plänen, einer Baubeschreibung und mit etwas Glück ein paar Renderings der Fassade. Und wer unterschreibt, saß selten beim Termin. Meist ist es die Geschäftsführung oder ein Gremium, das nur sieht, was man ihm weiterleitet.
Dieser Leitfaden richtet sich an Projektentwickler, Eigentümer und Makler, die ein Gebäude schon während der Bauphase zeigen möchten. Er erklärt, welche Fragen Sie beantworten sollten, woraus das 3D entstehen kann und was Sie klar sagen sollten, damit bei der Übergabe niemand überrascht wird.
Was Interessenten vor Fertigstellung sehen müssen
Die Fragen sind fast immer dieselben, und ein Rendering der Fassade im Abendlicht beantwortet kaum eine davon.
| Frage des Interessenten | Was Sie zeigen |
|---|---|
| Wie sieht das Gebäude von der Straße aus? | Die Außenansicht mit Umgebung: Straße, Nachbargebäude und Haupteingang. |
| Wie kommt man hinein? | Der Weg vom Gehweg bis zum Foyer und zu den Aufzügen, auf Augenhöhe. |
| Welches Geschoss käme für uns infrage? | Jedes Geschoss für sich, mit seiner Ausrichtung und seiner Lage in der Umgebung. |
| Wie viele Arbeitsplätze passen hinein? | Eine Beispielaufteilung mit gezählten Arbeitsplätzen, zum Vergleich mit der eigenen Mitarbeiterzahl. |
| Was wird genau übergeben? | Das Geschoss im Übergabezustand und getrennt davon ein möblierter Vorschlag, klar unterscheidbar. |
| Wie erkläre ich das intern? | Ein Link zum Weiterleiten, der sich ohne Installation auf dem Smartphone öffnet. |
Woraus das 3D entsteht
Sie müssen nicht warten, bis es etwas zu fotografieren gibt. Der Viewer entsteht aus den Projektunterlagen, die Sie ohnehin für die Vermarktung nutzen:
- Grundrisse und Ansichten, auch aus einer frühen Planungsphase. Ein PDF reicht.
- Die Baubeschreibung oder das Vermietungsexposé, für Ausstattung und Raumhöhen.
- Renderings des Architekten, falls vorhanden, als Referenz für Materialien und Farben.
- Die Adresse oder das Grundstück, um das Gebäude in seiner Straße und neben seinen Nachbarn zu zeigen.
Fehlt ein Maß, wird es geschätzt und in der Lieferung gekennzeichnet, damit es niemand für einen gemessenen Wert hält. Kann sich die Planung noch ändern, sagen Sie es von Anfang an: Es hilft zu wissen, welche Teile feststehen und welche nicht.
Was Sie in welcher Bauphase zeigen
Sie brauchen nicht alles am ersten Tag. Was sich zu zeigen lohnt, hängt vom Stand des Projekts ab:
- Mit genehmigter Planung: die Außenansicht mit Umgebung, die Zugänge und das leere Regelgeschoss. Das ist das Minimum, damit sich jemand orientieren kann.
- Wenn die ersten Termine mit Interessenten anstehen: eine oder mehrere Beispielaufteilungen mit Möbeln zum Ein- und Ausblenden, damit sich jedes Unternehmen dort mit seinem Team vorstellen kann.
- Wenn die Ausstattung feststeht: Die Materialien werden unter demselben Link aktualisiert. Ist es neuer Aufwand, bieten wir ihn vorher schriftlich an.
- Nach Fertigstellung: Es kommen echte Fotos hinzu und, wenn Sie möchten, ein 360°-Rundgang. Das 3D bleibt nützlich, um Aufteilungen und das ganze Gebäude zu zeigen.
Übergabezustand und Vorschlag klar trennen
Hier entstehen die meisten Missverständnisse. Wird das Geschoss ohne Mieterausbau übergeben und das 3D zeigt es nur möbliert, gehen Interessenten womöglich davon aus, dass Möbel, Besprechungsräume oder abgehängte Decken inklusive sind. Am klarsten ist es, beides zu zeigen und zu benennen: das Geschoss im Übergabezustand und per Schalter dasselbe Geschoss mit einer Beispielaufteilung.
Sagen Sie es im Exposé
Ein Satz genügt: „3D-Darstellung auf Grundlage der Planung. Möblierung und Aufteilung sind ein Vorschlag und nicht Teil der Übergabe.“ Das erspart spätere Diskussionen und macht alle anderen Angaben glaubwürdiger.
Wo Sie es während der Bauphase einsetzen
- Auf der Website des Gebäudes, eingebettet in die Seite, ohne dass Besucher sie verlassen müssen.
- Im Vermietungsexposé, mit einem Link oder einem QR-Code, der das 3D auf dem Smartphone öffnet.
- In Terminen, auf einem Bildschirm, um Fragen direkt zu beantworten.
- In E-Mails an Interessenten, damit sie es an die Entscheider weiterleiten können.
- Auf dem Bauschild, mit einem QR-Code.
Wann Sie es beauftragen und wie lange es dauert
Am sinnvollsten beauftragen Sie es, sobald die Planung genehmigt ist und bevor die ersten Termine mit Interessenten anstehen. Die Preise beginnen ab 149 € zzgl. MwSt.; liegen uns die Unterlagen vor, erhalten Sie innerhalb von 24 Stunden ein schriftliches Festpreisangebot. Einfache Projekte sind ab 24 Stunden fertig, sobald der Umfang feststeht; Innenräume und Aufteilungen dauern länger. Sie zahlen die Hälfte zum Start und die andere Hälfte nach Freigabe der ersten Version.
Häufige Fehler
- Nur die Fassade zeigen. Wer ein Geschoss mietet, will wissen, wie das Geschoss aussieht.
- Eine möblierte Aufteilung zeigen, ohne zu sagen, dass es ein Vorschlag ist.
- Schwere Dateien oder ein Modell verschicken, das man installieren muss: Was sich auf dem Smartphone nicht öffnet, wird nicht weitergeleitet.
- Mit dem Zeigen bis zur Fertigstellung warten, obwohl manche Interessenten schon jetzt suchen.
- Das 3D nicht aktualisieren, wenn sich die Planung ändert: Ein Geschoss, das es so nicht mehr gibt, kostet Vertrauen.
Bevor Sie etwas beauftragen
Wenn Ihnen das Gebäude gehört oder Sie den Vermarktungsauftrag haben, erstellen wir kostenlos ein Muster der Außenansicht in 3D mit Umgebung, als privaten Link. Ist das Gebäude noch im Bau, senden Sie uns mit der Adresse die Pläne oder Renderings, die Sie haben.
Vermieten oder verkaufen Sie ein Büro oder ein Gebäude? Wir sagen Ihnen, wie wir es zeigen würden.
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